6
Apr
2017
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Danke

Ein Danke kann so viel verändern

Danke!
Danke, dass Du dieses Blog besuchst!
Danke, dass Du diesen Beitrag liest!
Danke, dass Du mir Deine Zeit schenkst!
Einfach Danke, dass es Dich gibt!

Ich bin mir bewusst, schon nach diesen fünf Zeilen verliere ich bestimmt 70 Prozent von denen, die diesen Beitrag ansehen.

Irgendwie wirkt es ja auch schon ein bisschen durchgeknallt, wenn ich mich hier bei Dir bedanke, obwohl wir uns wahrscheinlich gar nicht kennen.

Und selbst wenn wir uns kennen, wirst Du gerade ein wenig an meiner geistigen Gesundheit zweifeln bei der Einleitung.

Keine Angst, ich kann Dir versichern, dass bei mir alles in Ordnung ist. Ich fühle mich gut und bin auch keiner Sekte beigetreten.

Aber ich wollte Dir mit dieser Einleitung zeigen, dass es uns inzwischen schon seltsam vorkommt, wenn wir für eigentlich ganz normale Dinge ein Danke gesagt bekommen.

Und das ist es meiner Meinung nach, was uns Sorgen machen sollte.

Sag Danke

Als Kinder wurde wohl den meisten von uns eingeimpft, dass wir uns brav bedanken sollen, wenn wir etwas bekommen.

Rückte die Patentante einen Fünfer raus, sagten wir Danke. Schenkte uns die Oma zu Weihnachten einen Pullover, sagten wir Danke. Es wurde mit der Zeit ganz normal für uns.

Irgendwann erinnerte uns aber wohl niemand mehr daran, uns zu bedanken. Wie ist es sonst zu erklären, dass wir es mit der Zeit verlernt haben?

Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch.
(Wilhelm Busch)

Ich habe lange darüber nachgedacht, wann ich aufgehört habe, mich auch für Kleinigkeiten zu bedanken. Zu einem Ergebnis bin ich nicht gekommen.

Allgemein halte ich mich für gut erzogen und auch höflich, besonders Fremden gegenüber. Dort bedanke ich mich dann auch häufiger mal für etwas. Leider bleibt es aber bei Menschen, die mir nahestehen, viel zu oft aus.

Weiß ich nicht zu schätzen, was mein Mann, meine Familie und meine Freunde für mich tun? Nein, das ist es nicht. Ich schätze es sehr und ich bin auch wirklich dankbar dafür – aber das äußere ich zu selten.

Und so wie mir, geht es vielen. Das habe ich gemerkt, als ich bewusst darauf achtete, wie oft das Wort Danke fällt. Es ist seltener, als ich angenommen hatte.

Das finde ich schade.

Was bewirkt ein Danke?

Wann hast Du zum letzten Mal bewusst ein Danke wahrgenommen?

Was war es, wofür Dir gedankt wurde und wie hast Du Dich dabei gefühlt?

Ich habe für mich festgestellt, dass ein Danke bei mir ein sehr warmes Gefühl in Brust und Bauch auslöst. Und je mehr Bedeutung es für mich hat, desto mehr breitet sich das Gefühl aus und desto länger hält es auch an.

Danke, dass es Dich gibt – eigentlich ein kleiner Satz, nur fünf Wörter. So ein Satz sorgt bei mir jedoch dafür, dass ich an einem kalten Wintertag allein mit meiner inneren Wärme ein ganzes Haus heizen könnte.

Dieser kleine Satz, diese fünf Worte, drücken so viel aus, dass jedes Herz einen Freudensprung machen muss, wenn dieser Dank ausgesprochen wird.

Damit wir uns gut fühlen, muss der Dank aber gar nicht so tief hinein gehen, so umfassend sein. Schon ein Danke, wenn eine Tür aufgehalten oder die Butter gereicht wird, ändert viel.

Nicht immer ist diese Veränderung sofort zu spüren, aber wie bei dem steten Tropfen, der den Stein höhlt, ist ein Danke auf Dauer machtvoll.

Je öfter wir es hören, desto normaler erscheint es uns. Und ist es normal, verwenden wir dieses Wort auch wieder häufiger – und verändern die Welt.

Bei dem einen wärmt ein Danke von innen heraus, bei dem anderen macht es einen absolut bescheidenen Tag zu einem Highlight – und wieder andere ziehen aus einem einfachen Danke die Kraft, jeden Tag weiterzumachen.

Der Wert eines Danks

Als ich mir die ersten Gedanken zu diesem Blog-Beitrag machte, versuchte ich für mich auch den Wert eines Danks zu ermitteln.

Keine leichte Aufgabe, das kann ich Dir versichern.

Und um ehrlich zu sein, bin ich auch zu keinem Ergebnis gekommen. Jedenfalls kann ich Dir jetzt keine Zahl oder ähnliches nennen.

Stattdessen sind mir aber gerade aus dem Berufsleben so einige Begebenheiten eingefallen, die mir den hohen Wert eines Danke vor Augen führten.

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
(Francis Bacon)

Es gab ein paar Jobs und Aufträge, die ich irgendwann hinter mir ließ, weil mir das Danke fehlte. Ich hab mit ihnen vielleicht gutes Geld verdient, hatte die Chance weiterzukommen und so weiter.

Aber habe ich für meinen Einsatz ein Danke gehört? Nur selten. Und so fehlte mir die Wertschätzung meines Tuns, denn Geld allein sagt da einfach nicht viel aus oder reicht auf Dauer nicht.

Als ich weiter darüber nachdachte, fiel mir auch auf, dass ich mir im Beruflichen schon lange angewöhnt habe, viel Danke zu sagen. Arbeite ich mit anderen zusammen, bedanke ich mir für jede kleine Hilfe und Unterstützung.

Ob ich damit ihren Tag oder ihren Job besser mache? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe es. Meinen Tag macht es jedenfalls viel besser, wenn ich dieses kleine Wort höre – und auch, wenn ich es sage!

Wie ist es bei Dir? Wie wichtig ist Dir ein Danke und würdest Du es gern öfter hören?

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2 Responses

  1. Bitte, Danke und ein Lächeln sind die Schmiermittel in jeder Kommunikation. Das ist wie: sei du die Veränderung, die du von der Welt erwartest.

    1. Nicole

      Schön gesagt, Ralf. Eigentlich ja ganz einfache Dinge, oder? Und doch müssen wir immer wieder dran erinnert werden.

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